LIVE BLOG: DIE RICKMER RICKMERS IM DOCK

Derzeit wird das Hamburger Museumsschiff „Rickmer Rickmers“ im Trockendock von Blohm & Voss saniert und bekommt zusätzlich einen neuen Anstrich.
Es wird wohl die bisher umfangreichste Renovierung, seit dem die „Rickmer Rickmers“ Museumsschiff in Hamburg ist. Alle sechs bis sieben Jahre muss das Wahrzeichen der Hansestadt zur Wartung und Inspektion ins gegenüberliegende Dock.

Ich habe die große Ehre, diesen vierwöchigen Werftaufenthalt für die Stiftung der Rickmer Rickmers dokumentieren und somit auch fotografieren zu können. Dabei erhalte ich einen exklusiven Einblick in das tägliche Arbeitsgeschäft der Hamburger Traditionswerft „Blohm & Voss“. Nach vorheriger Absprache mit meinem Auftraggeber, habe ich die Erlaubnis bekommen, Ihnen ebenfalls einen Einblick in dieses tolle Projekt gewähren zu können. Dies erfolgt ab sofort in diesem Live-Blog. Wann immer ich vor Ort im Dock war, werde ich Ihnen hier im Anschluss die schönsten Bilder des Tages zeigen. Chronologisch beginne ich mit dem Ablegen vom Liegeplatz an den Landungsbrücken.

Montag 1. August:

Heute ging es los. Zum ersten Mal nach zuletzt sechs Jahren verließ die „Rickmer Rickmers“ ihren Liegeplatz an den Hamburger Landungsbrücken.

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Für mich war es das erste Mal, das ich die Rickmer Rickmers mitten auf der Elbe gesehen habe

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Ein ungewohnter Anblick. Wissen Sie was fehlt?

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30 Minuten später erreichte das Museumsschiff seinen Liegeplatz bei Blohm & Voss

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Werftarbeiter sorgen für einen sicheren Verbleib an der Kaimauer

Dienstag 2. August:

In den kommenden Tagen werden Teile der Masten abgebaut und das Schiff für das Eindocken vorbereitet. Zusätzlich finden an Bord zahlreiche weitere Arbeiten statt.

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Lediglich der unter Teil vom Mast bleibt stehen. Alles andere wird abmontiert, gereinigt und neu gestrichen.

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Auch die komplette Takelage muss runter. Da steckt viel Arbeit drin.

Donnerstag 4. August:

In den letzten Stunden haben alle Beteiligten ganze Arbeit geleistet. Sämtliche Querverbindungen der Masten sind bereits weg. Das Eindocken wurde inzwischen auf den kommenden Samstag vorverlegt.

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Zunehmend wird das Schiff nackter

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Ein kleiner Ausblick auf das Wochenende. Hier geht es am Samstagmorgen rein.

Freitag 5. August:

Letzte Arbeiten am Schiff. Morgen früh gehts ins Trockene. Dann wird die Rickmer Rickmers für rund drei Wochen kein Wasser mehr unter dem Kiel haben.

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Der farbenprächtige Rumpf bietet einen Hauch von Bella Italia. Hier sieht der Anstrich noch super aus…

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hier allerdings nicht. Die Schönheitskur wird der Rickmer Rickmers definitiv gut tun.

Samstag 6. August:

Der Tag der Tage. Auf das Eindocken habe ich mich schon lange gefreut. In großer Hoffnung, das dass Wetter mitspielt, bin ich um 06:00 Uhr morgens Richtung Werft gefahren. Leider war der Himmel grau mit immer wieder starken Regenschauern.

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Ein richtig geiler Sonnenaufgang wäre schon schick gewesen. Es dauerte rund 2-3 Stunden und die Sonne kam heraus. Das Hamburger Wetter zeigte sich fortan von seiner schönsten Seite.

Am frühen Samstagmorgen wurde die Rickmer Rickmers im Trockendock 16 von Blohm und Voss eingedockt. Das Museumsschiff wird in den kommenden vier Wochen saniert und erhält einen neuen Anstrich.

Kaum vorstellbar, das es vor zwei Stunden noch geregnet hat. Phänomenal!

Am frühen Samstagmorgen wurde die Rickmer Rickmers im Trockendock 16 von Blohm und Voss eingedockt. Das Museumsschiff wird in den kommenden vier Wochen saniert und erhält einen neuen Anstrich.

Auch wenn die ganze Dokumentation ein Auftragsjob ist, ist es dennoch eine Herzensangelegenheit. Von so einem Anblick habe ich lange geträumt. Heute ging dieser Traum in Erfüllung.

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Bereits wenige Minuten nachdem das Trockendock „trocken“ war, wurde mit der Reinigung des Rumpfes begonnen

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Ein schönes Schiff mit eleganten Linien und Farben

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Ich komme immer noch nicht aus dem Staunen heraus. Die Bilder mögen imposant aussehen, aber live vor Ort ist es noch viel beeindruckender. Ich freue mich wirklich wie ein kleines Kind, das ich diesen schönen Anblick die nächsten vier Wochen genießen darf.

Heute Abend geht es nochmal ins Dock. Die Sonne geht dann in etwa vor dem Bug unter. Da mir noch ein bestimmtes Motiv im Kopf herum schwebt, versuche ich dieses heute Abend umzusetzen. Am kommenden Montag geht es dann hier wieder weiter mit neuen Eindrücken der Rickmer Rickmers im Trockendock von Blohm & Voss.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende!

Samstag 6. August – Nachtrag:

Da das Wetter am Samstagnachmittag immer besser wurde, bin knapp 2 Stunden vor Sonnenuntergang nochmal ins Dock gefahren. Die Sonne stand dann in etwa über Wedel und schien frontal ins Trockendock hinein. Traumhaftes Licht und ideale Bedingungen für ein paar tolle Fotos.

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Nur wenige Werftarbeiter waren noch im Dock

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Strahlend blauer Himmel über dem Schiff

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Die prächtigen Farben der Rickmer Rickmers kommen bei diesem tollen Himmel besonders gut zur Geltung

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Sowohl Steuerbord als auch auf der Backbordseite waren Arbeiter damit beschäftigt den Rumpf zu reinigen

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Durch das seitlich einfallende Sonnenlicht erstrahlte der Rumpf in einem beeindruckenden Licht

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Die beiden Jungs wollten natürlich gleich ein Bild von sich haben und posierten für die Kamera

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Das Ergebnis der Hochdruckreinigung sieht man sofort

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Ich hätte den beiden noch stundenlang zusehen können

In den kommenden Tagen geht es hier mit neuen Bildern weiter!

Mittwoch 10. August:

In den letzten Tagen ist aus fotografischer Sicht nicht viel neues dazu gekommen. Momentan finden viele Vorbereitungsmaßnahmen sowie kleinere Schweißarbeiten statt. Am Bug wurde zudem ein Gerüst aufgebaut.

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Nach der Reinigung am vergangenen Wochenende sind neuen geschliffenen Bereiche nun gut zu erkennen

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Die Bilder in dieser Woche sind überwiegend eher technisch als künstlerisch

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In erster Linie geht es um Markierungen für anstehende Schweißarbeiten

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Teile der Masten werden in einer Halle gestrahlt und gereinigt

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Die Arbeiten am Bug beginnen in den nächsten Tagen

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Zeit für ein paar schöne Ansichten ist aber immer vorhanden

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Hier werden Malerarbeiten an den Bullaugen vorgenommen

Ab Donnerstag den 11. August geht es hier wieder weiter

Donnerstag 11. August:

Regen, Regen und nochmals Regen. Es regnet einfach den ganzen Tag lang. Über Nacht wurde am Rumpf der Korrosionsschutz aufgetragen. Des Weiteren finden heute wieder viele kleine Arbeiten statt. Löcher werden gestopft und Schweißarbeiten durchgeführt.

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Verschiedene Flex- und Schweißarbeiten am gesamten Schiffsrumpf…

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Der Korrosionsschutz wurde auf der unteren Hälfte vom Rumpf aufgetragen

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Zudem wurden zahlreiche kleinere Löcher bearbeitet und gestopft

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Hoffentlich ist das Wetter am morgigen Freitag wieder etwas sommerlicher

Freitag 12. August und Sonntag 14. August:

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Leider ist das Wetter am heutigen Freitag nicht besser geworden. Im Gegenteil: Es hat wieder den ganzen Tag geregnet. Morgen beginnen die Arbeiten für den ersten Anstrich vom Rumpf. Davor wurden noch einige kleinere Arbeiten durchgeführt.

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Achtern erkennt man deutlich die Stellen, die noch vor dem Anstrich ausgebessert werden müssen

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Am gestrigen Samstag begannen die Streicharbeiten

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Einige Stellen müssen noch nachbearbeitet werden. Nun ist es wieder ein schönes leuchtendes Grün.

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Bestimmte Bereiche werden tatsächlich mit einer Farbrolle bearbeitet. Was für ein Aufwand! Rechts sieht man schon den neuen Anstrich.

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In ungefähr 2 Wochen soll das Schiff fertig sein

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Ein kurzer Blick auf die andere Seite zum Terminal Tollerort. Dort liegt das Großcontainerschiff „COSCO France“

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Die Arbeiten am Bug und an der Galionsfigur haben ebenfalls begonnen

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Wenn alle Rumpfarbeiten abgeschlossen sind und der finale Anstrich aufgetragen wurde, werde ich dieses Bild nochmal machen. Man könnte natürlich die am Rumpf markierten Stellen wegretuschierten, aber diese gehören einfach zu einer Sanierung dazu. Kurz vor dem Ausdocken, wird es dieses Bild dann nochmal in „hübsch“ geben. Eine tolle und nicht alltägliche Perspektive auf das Hamburger Wahrzeichen „Rickmer Rickmers“.

Am Montag geht es wieder weiter.

Montag 15. August:

Heute gab es eine Menge zu sehen. Dementsprechend gibt es heute auch wieder ein paar mehr Bilder als sonst. Nächste Woche Montag soll die Rickmer Rickmers das Dock schon wieder verlassen. Dann geht es wieder um die Ecke an die Kaimauer. Dort finden dann die letzten Arbeiten statt. Die tollen Perspektiven im Trockendock werde ich definitiv vermissen! Bis dahin heißt es nochmal richtig Gas geben um so viele spannende Bilder wie möglich einzufangen.

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Heute wurde die zweite Schicht vom Korrosionsschutz aufgetragen. Auch wenn der Arbeiter mit seiner Maske etwas gruselig aussah, so machte es mir dennoch wahnsinnig viel Freude, ihn zu fotografieren.

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Menschen bei der Arbeit zu fotografieren, dies könnte eine Idee für ein neues Projekt sein

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Stück für Stück wird die zweite Schicht aufgetragen

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Auch wenn das Licht nicht ganz so perfekt wie vor einer Woche war, so war es dennoch ein sehr spannender Prozess

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Bei 24 ° Außentemperatur muss es ganz schön heiß werden unter der Maske

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Ich hätte ihm noch Stunden zu sehen können, aber es gab noch anderes zu fotografieren

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Der Rumpfanstrich ist nahezu fertig

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Was für leuchtende Farben!

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Die Schiffsaufbauten und Kajüten werden bearbeitet

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In einem Zelt wird der Fockmast gestrahlt und gereinigt

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Das gleiche passiert mit den Hauptmasten

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In den kommenden Tagen werden die letzten kleineren Schweißarbeiten abgeschlossen. Dann werden diese Bereiche übergepinselt.

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Der Rumpf erstrahlt nun endlich wieder in satten und leuchtenden Farben

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Spannende Perspektiven wo hin das Auge reicht

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Der Foto-Fachmann würde jetzt die „Stürzenden Linien“ bemängeln, welche den Eindruck vermitteln, das dass Schiff schräg nach hinten kippt. Manchmal kann man aber auch auf gewisse Regeln verzichten.

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Die COSCO France hat gerade das Containerterminal Tollerort verlassen.

In den kommenden Tagen geht es hier mit neuen Bildern weiter!

Montag 22. August

In den letzten Tagen hatte ich hier keine weiteren Neuigkeiten veröffentlicht. Das liegt daran, das ich dem Ausdocken aus dem Schwimmdock einen eigenen Artikel gegönnt habe.

Um alle Bilder vom Ausdocken aus dem Schwimmdock sehen zu können, klicken Sie einfach auf das untere Foto:

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Mittwoch 24. August & Freitag 26. August:

In dieser Woche liegt der Hauptfokus auf dem „Aufmasten“. Langsam aber sicher nähert sich die Rickmer Rickmers wieder ihrem ursprünglichen Aussehen. Neben dem montieren der Masten werden zudem sämtliche alle Seile, Tampen sowie die Takelage angebracht. Ein ganz schönes Gewusel, aber vor Ort sind lauter Profis am Werk und jeder weiß genau was zu tun ist. An Bord selbst finden zudem noch viele weitere Maler- und Sanierungsarbeiten statt. Am 1. September soll das Museumsschiff die Minirückreise zum Liegeplatz an den Landungsbrücken antreten. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun.

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Die Montage der einzelnen Mastelemente wird u.a. unterteilt in: Mast, Gaffel und Rah. Wenn man sich damit nicht auskennt (so wie ich) ist es wirklich schwierig, im Nachhinein die richtigen Elemente den jeweiligen Bezeichnungen zu zuordnen. Bitte nehmen Sie daher etwas Rücksicht auf mich 🙂 Sollten Sie einen Fehler bemerken können Sie mich gerne per E-Mail darauf hinweisen. Ich wäre Ihnen dafür sehr dankbar und würde umgehend eine Korrektur durchführen.

Aufmasten des zweiten Hauptmastes der Rickmer Rickmers am 24. August 2016. Der komplette Vorgang inklusive Vorberitungen dauerte in etwa 60 Minuten. Die Werftarbeiter schwitzten bei Sonne und 30 Grad Außentemperatur

Hier laufen die Vorbereitungen für die Montage des oberen Elements. Die Leute mit Helm sind keine Werftarbeiter von Blohm & Voss sondern sogenannte „Mastensetzer“ welche wie der Name schon sagt, alle Arbeiten an den Masten durchführen. Dazu gehört unter anderem auch die Montage der einzelnen Elemente in luftiger Höhe.

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Damit sich die Rah (Das Mast-Querstück) nicht verdreht, wird sie vom Boden aus mit einem Seil gesichert. Dadurch ist eine Wagerechte Position jederzeit gewährleistet.

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Der ganze Vorgang wird aus einem Korb heraus in luftiger Höhe überwacht. Die beiden Herren werden zudem die Montage im oberen Bereich der Rah durchführen. Bei 34 Grad Außentemperatur weht dort oben hoffentlich ein bisschen Wind zur Erfrischung.

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Der Kranführer muss sich dagegen wohl wie in einer Sauna vorkommen. Lediglich ein kleines Fenster ermöglich ein bisschen Frischluft. Dafür hat er die beste Aussicht.

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Das zweite Ende vom Sicherungsseil wird den Kollegen am oben Gerüstende zugeworfen

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Nun folgt die genaue Positionierung der Rah

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Währenddessen finden auch vorne am Klüverbaum die letzten Malerarbeiten statt

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Wenn alle Masten gesetzt sind werden die Tampen und die Takelage montiert

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Auf dem Vorplatz liege sämtliche Masten und Rahen. Im Hintergrund liegt seit wenigen Tagen das RoRo Schiff Atlantic Star (300m lang und 40m breit)

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In den kommenden Tagen werden alle Elemente verbaut. Morgen bin ich wieder vor Ort.

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